Ein Startertaster ist für einen Straßenwagen ein wohl eher unnötiges Spielzeug, das ich auch selten verwende, aber immer wieder viel Freude daran habe. Nachdem ich einen Taster in meinem Peugeot 306 hatte, wollte ich nun auch wieder einen Startertaster in den Galant verbauen. Jedoch sollte der Taster auch heir nicht nach Baumarkttuning aussehen, sondern seriennah. Desweiteren sollte er so platziert sein, dass man den Wagen jederzeit wieder spurlos auf Serie rüclrüsten kann.
All diese Kriterien erfüllt meiner Meinung nach der Cruise Schalter der ersten Baureihe des Galant EA0. Die ersten Modelle hatten den Tempomatschalter noch nicht am Hebel am Lenkrad integriert, sondern als eigener Rundtaster mit integrierter LED rechts an der Blende des Tachos. Die Blende mit dem Cruise Taster habe ich von einem Autoverwerter über ein bekanntes Onlineautionshaus sehr billig bekommen, so dass ich nicht lange üeberlegt habe.
Wie sich herausstellte, besteht der Taster nicht einfach nur aus einem Schliesskontakt und einer LED, sondern hat weitaus mehr Elektrik in Form von SMD Komponenten verbaut, u,a, Widerstäde, Kondensatoren, Dioden und ein IC:

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All das konnte ich für mein Vorhaben nicht verwenden – jedoch kann man die Platine nicht einfach entfernen, da es sich nicht um einen Miniaturtaster, sondern um Schleifkontakte handelt. Folglich habe ich alle Komponenten ausgeloetet. Auf die nackte Platine habe ich an die Enden der Schleifkontakte je ein Kabel gelötet und zudem eine weisse 3mm LED mit passendem Vorwiderstand an Stelle der Originalen verbauten. So sieht der Taster von aussen Original aus, von innen jedoch ist er ein einfacher Schliesskontakt mit LED.

* Der Grundgedankte meiner Schaltung ist der folgende: Der Taster soll den Anlasser nur drehen, wenn die Zündung an ist
* Der Taster soll nicht funktionieren, wenn der Motor an ist
* Der Taster soll nur funktionieren, wenn die Kupplung gedrückt ist
* Die LED soll nur leuchten, wenn der der Taster drückbar ist.

Wozu die ganzen Einschränkungen? Man weiss nie, wer mal das Auto fährt – sei es ein Familienmitglied, ein Mitarbeiter einer Werkstatt während einer Inspektion oder gar ein TÜV-Prüfer, der die Funktion der Elektrik kontrollieren möchte.
Aus all diesen Bedingungen habe ich den folgenden Schaltplan zusammengestellt:

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* Man benötigt folgende Komponenten: 1x Taster
* 1x LED mit passendem Widerstand
* 1x 4poliges KFZ Relais (für den Startvorgang beim gedrückten Knopf, mind. 25A)
* 1x 5poliges KFZ Relais (zum Deaktivieren des Schalters bei laufendem Motor)
* Schnellverbinder/Stromdiebe in gross (gelb) und klein (rot), alternativ: Lötkolben und Schrumpfschlauch
* Kabelschuhe, Kabelbinder, etc.
* Kabel
* optional: Sicherungshalter und Sicherungen (30A / 5A)

Zu den Kabel sei noch angemerkt: man sollte unbedingt gleich dickes oder dickeres Kabel nehmen als die Kabel, die man abgreift. Beim Anlasser fliessen starke Ströme – bei zu dünn ausgelegten Kabel kann es zu einem Kabelbrand kommen!

Hat man alle Teile und Werkzeug zusammen, so baut man zuerst die Tachoeinheit aus (Anleitung siehe links).
An dem rechtem Stecker des Kombiinstrumentes ist ein weisses Kabel, welches das Signal der Lichtmaschine in den Innenraum bringt. Es führt nur Strom, wenn der Motor läuft. Das perfekte Signal, um den Taster so zu sperren, dass man ihn nicht bei laufendem Motor drücken kann. Noch schnell mit einem Mulimeter nachmessen, ob es das korrekte ist, und dann mit einem kleinen Stromdieb ein Kabel anklemmen:

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Das Kabel wird nun hinter der Metallplatte entlang verlegt, so dass das Kabel nirgends aufscheuern kann. Das Kabel führt man am besten rechts neben das Lenkrad und dort hinter der Verkleidung nach unten in den Fussraum. Es kommt mit einem Kabelschuh versehen an das 5polige Relais, Anschluss 85. Der Anschluss 86 kommt mit einem Kabel direkt an Masse – man suche sich also einen guten Massepunkt an der Karosserie. Ich selbst habe hinter dem Klappfach vor der ETACS ein Gewinde im Blech gefunden, in das ich eine Schraube gedreht habe und dort das Massekabel mit einem Ringschuh befestigt habe.

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Das nächste schwer zugängliche Signal ist der Kupplungsschalter. Ich weiss nicht, ob alle EA0 diesen verbaut haben, oder nur die Modelle mit Tempomat. Dieser liefert jedenfalls Masse, wenn die Kupplung getreten ist.
An dem Kupplungsschalter ist ein Stecker mit einem schwarzen und einem schwarz/gelbem Kabel. Wir benötigen das Singnal des schwarz/gelben Kabels. Da es hinter der ETACS sehr eng ist, baut man den Kupplungsschalter am besten aus. Dazu das Kupplungspedal ein wenig mit der Hand reindrücken und den Schalter mit einer Drehbewegung loesen. Dann einfach gerade rausziehen.

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Den Stecker kann man nun abziehen. An das gelb/schwarze Kabel kommt nun mit einem kleinen Stromdieb unser Kabel, dass an den Startertaster und LED Minus geht. Sollte der Wagen keinen Kupplungsschalter haben, so muss klemmt man einfach das Kabel an Masse und fuehrt es zu einem der beiden dem Startertaster und LED Minus.

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Es fehlen nun noch Zuendplus und die eigentlich Verkabelung für den Startvorgang: Der Anlasser.
Diese Signale findet man an der Lenksäule, deren Verkleidung man nun mit 3 Schrauben entfernen muss:

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Entlang der Lenksäule ist ein weisser Plastikkanal, der sich aufklappen lässt. In diesem stecken alle relevanten Kabel vom Zündschloss. Hier kurz eine Aufstellung meiner Messungen:

* blau/gelb: ACC
* schwarz/gelb: Anlasser
* rot: Dauerplus
* weiss/schwarz: Z&uum;ndplus

Wie benötigen einmal das rote Dauerpluskabel, dass den Strom per Relais auf das schwarz/gelbe Anlasserkabel schalten wird, genau so, wie es auch der Schlüssel im Schloss tut. Wir greifen das Signal mit grossen (gelben) Stromdieben ab (oder besser noch: es wird direkt an dem jeweiligen Kabel ein neues angelötet und mit Schrumpfschlauch isoliert) und fuehren unser Dauerplus mit einer 30A Sicherung an das 4polige Relais, Anschluss 30. Das angeklemmte Kabel vom Anlasser füren wir an das 4polige Relais, Anschluss 87:

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Wir benötigen nun noch das Züdplus, damit der Taster nur auf Zündung drückbar ist und die LED dann leuchtet. Dazu greifen wir wieder mit einem grossen Stromdieb das Signal ab, diesmal das vom weiss/schwarzen Kabel und f&uum;;hren es an das polige Relais, Anschluss 87a. Der Anschluss 87 des 5poligen Relaus bleibt unbelegt. Sobald das polige bei laufendem Motor anzieht, trennt es so das Zuendplus vom Taster und der LED, so dass man den Taster auch bei getretener Kupplung nicht mehr drücken kann.

vom 5poligen Relais, Anschluss 30, legen wir nun noch ein Kabel mit 5A Sicherung an das 4polige Relais, Anschluss 85, sowie an den Pluspol der LED. Der letzte Anschluss 86 des 4poligen Relais geht an den noch freien Anschluss des Startertasters.

Dann steckt man noch alle Kabel am Taster mit Kabelschuhen zusammen und isoliert sie, damit man die Blende jederzeit ausbauen kann, ohne die Kabel zerschneiden zu müssen:

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Die gesamte Elektrik – also die Kabel und Relais – habe ich noch gut mit Isolierband versehen, dass sich garantiert nichts lösen kann und es nie zu einem Kurzschluss kommen kann und mit Kabelbindern an der Leksäule befestigt, nachdem ich alles gut getestet habe.

Das Endergebnis: Der Wagen sieht aus wie vorher, da alles unsichtbar verbaut ist, bis auf den Cruise-Taster mit LED der etsten Galant-Generation. Wenn man nun den Wagen auf Zündung stehen hat und die Kupplung getreten hat, leuchtet die LED und man kann den Motor mit dem Taster starten.

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Noch ein kleiner Hinweis: Es ist TÜV/Zulassungs konform, solange man den Wagen weiterhin mit dem Schlüssel starten kann, also die Kabel unter den Lenksäule nicht zertrennen, sondern die Signale parallel abgreifen. Ebenso – WICHTIG – muss das Lenkradschloss erhalten bleiben! Der Schluessel muss somit weiterhin verwendet werden, zum einem wegen dem Transponder der Wegfahrsperre, zum anderen damit das Lenkradschloss nicht einrastet!!!

Viel Spaß!!!